Northern Country

How globalization changes capitalism, the economy and politics

Archive for May 2009

Sind Aktien zu teuer?

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Die Hausse an den Börsen geht unbeirrt weiter und zwar solange bis ihr die Luft ausgeht. Wir erleben das sprichwörtliche ‘climbing the wall of worry’. Mit anderen Worten man riskiert besser was als den Zug ganz zu verpassen.

Einige Frühindikatoren lassen auch schon auf eine deutliche Verlangsamung der Rezession hoffen. Industrieproduktion in Japan legte im letzten Monat wieder kräftig zu. Die asiatischen Börsen sind daher auch sprungartig angestiegen. Wen kümmert es da schon das die Industrieproduktion auf das ganze Jahr gesehen um mehr als Dreißig Prozent niedriger ausfällt.

Der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte West Texas Intermediate hat zum ersten mal seit November letzten Jahres wieder die die Marke von 65 US Dollar erreicht. Hatten wir vor wenigen Wochen noch vom Schreckgespenst der Deflation angst, so spukt jetzt schon wieder das von steigenden Preisen und Inflation herum.

Angesichts von so vielen Unsicherheiten muss man sich fragen ob der derzeitige Höhenflug an den Börsen gerechtfertigt ist, oder ob es sich bei dieser Hausse eher um eine kurzfristige Rally in einer Börsenbaisse handelt. Ein bisschen Licht in die Sache könnte eine interessanter Umstand bringen, der im unterschiedlichen Preisniveau von drei Aktienklassen der US Bank Citigroup liegt. Es handelt sich dabei um ‘normale’, ‘bevorzugte’ und ‘synthetische’ Aktien.

Das ‘Gesetz von einem Preis’ müsste nun auf Grund der großen Streuung von Investmentmöglichkeiten durch das Ausnutzen von Preisunterschieden (Arbitrage) bewirken, das der Preis für diese unterschiedlichen Klassen einer bestimmten Aktie beinahe gleich ist. Zur Zeit ist das aber nicht der Fall. Die Preise weiche stark voneinander ab.

     The Citigroup anomaly:

    Method    Cost ( Anmerkung: pro 1000 Stk.)

     Simple        $3,670

     Preferred     $3,052

     Synthetic    $3,160

(Anmerkung: Bei der Klasse ‘synthetisch’ handelt es sich um Optionen mit einem Verfallsdatum von September 2009 und einem Strike von $4. Bei den Vorzugsaktien handelt es sich um die F Serie.)

Eine sehr plausible Erklärung für diese relativ großen Preisunterschiede liefert, dass der Leerverkauf von einfachen Aktien für Arbitrageurs zur zeit zu schwierig bzw. zu teuer ist. Das wäre ein klares Zeichen für eine Überhitzung an den Aktienmärkten. Der relativ große Preisunterschied zwischen ‘einfach’ und ‘bevorzugt’ könnte bedeuten dass Aktien derzeit zu teure sind.

Auch den Umstand dass der Preis von Vorzugsaktien nahe an dem der synthetischen Aktien liegt könnte man so deuten. Die Preisfindung bei synthetischen Aktienspekulationen, zum Beispiel Optionen, ist generell vertrauenswürdiger da es sich bei den Akteuren meist um erfahrene Spezialisten handelt.

Written by Alfred

29. May 2009 at 12:48 pm

Google Wave

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Google has developed a new tool that will revolutionize digital communication. Google wave is being developed by the same team that developed Google maps, Lars and Jens Rasmussen. It is a personal communication and collaboration tool and will be open-sourced. This is a demonstration of an early draft by one of the developers.

Vodpod videos no longer available.

more about “Google Wave“, posted with vodpod

Written by Alfred

29. May 2009 at 9:24 am

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Eastern Europe showered with IMF funds

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The Raiffeisen Zentral Bank (RZB), a major Austrian bank with total assets of 156 billion euro, has issued results for the first quarter of 2009 today. While the bank is still making money profit after tax plunged to 29 million euro from 117 a year earlier, despite record revenues which increased 34 percent compared to last year.

Provisions for credit risk increased by a stunning 500 million euro to 596 million euro. RZB is one of the many European banks with heavy exposure to Eastern Europe. Devaluation of  local currencies led to a massive increase in troubled loans mainly in Ukraine, Russia, Hungary and Serbia, according to CEO Rothensteiner.

The dramatic development in Eastern Europe has caused the government of Austria, the EU and the International Monetary Fund (IMF) to intervene. Austria has already pledged 1.75 billion euro as participation capital for the RZB.

There is more concern in the region. The IMF has determined in a stress test that Romanian banks are also short of capital. They are in need of 1.7 billion euro. IMF experts think that output contraction in the region has not run its course yet.

Although due to large foreign currency reserves Russia does not need assistance from the IMF or the EU, Alexej Simanowski, head of bank supervision, urged banks to increase their capital by 12 billion euro. A necessary step to keep banks liquid if loan default would increase to 10 percent from about 4 percent today.

How precarious the situation is, becomes obvious from the plethora of assistance offered to Eastern European countries in the last 12 month. The IMF has granted Stand By Arrangements (SBA), pending SBA, Poverty Reduction and Growth Facilities (PRGF) and Flexible Credit Lines (FCL) to the tune of 80 billion US dollar. In the table below a loan of 2.1 billion USD to Iceland is also included.

Not included is Croatia. The outlook for long term credit rating has been lowered to negative from stable due to the deep recession . The country needs IMF assistance according to Fitch. 

IMF loan programs to eastern Europe:

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Written by Alfred

27. May 2009 at 12:12 pm

Hochverschuldetes Europa!

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Geldausgeben scheint zu einer neuen Lieblingsbeschäftigung in Europa geworden zu sein. Da stehen wir Amerika jetzt nichts mehr nach. Man fragt was ist bloß aus dem Nulldefizit geworden?

Die Maastricht-Grenzen von drei Prozent werden in Österreich und allen anderen Europäischen Staaten (mit Ausnahme von Finnland?) 2008/09 mit Sicherheit nicht erreicht. In Österreich wird der Schuldenberg bis 2013 auf fast 80 Prozent des Bruttoinlandsproduktes anwachsen. Das bedeutet das man allein für die Zinsen in vier Jahren über 11 Milliarden Euro oder fast die Hälfte der heurigen Einnahmen aus Lohn- und Umsatzsteuer budgetieren muss. Na dann gute Nacht für die höchste Bonitätsstufe.

Die FT Deutschland berichtet über die Schuldenlast die Europas Staaten zu erdrücken droht. Die Tabelle als Erweiterung dieses Beitrags greift hauptsächlich auf Daten des Internationalen Währungsfonds (IMF) zu, die in der ‘World Economic Outlook Database, April 2009’ veröffentlicht sind. Für die Berechnung der nationalen Verschuldung der Ukraine in Prozent des GDP, wurde eine Publikation der National Bank of Ukraine verwendet, wobei die Staatsverschuldung in Milliarden US Dollar für 2008 und 2009 gleichbelassen wurde.

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Written by Alfred

26. May 2009 at 4:14 pm

Ifo im May – Klima verbessert sich nur langsam

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Der ifo Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft in Deutschland ist im May wieder angestiegen, allerdings geringer als erwartet. Die Konjunkturuhr veranschaulicht die tiefe Rezession. Der Aufschwung scheint trotz verbesserter Stimmung in den letzten Monaten noch in weiter Ferne.

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Written by Alfred

25. May 2009 at 5:47 pm

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Noch einmal Kalifornien –Krugman’s ‘Republican rump’

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Die Finanzen lokaler Regierungen geraten in der Krise ins trudeln. Bezüge aus Einkommenssteuern sind wegen der tiefen Rezession rückgängig. Zur gleichen Zeit haben sich aber die Ausgaben wegen steigender Finanzierungskosten und ausbleibender Kredite dramatisch erhöht. Übrig bleibt ein Budgetloch das irgendwie gestopft werden muss. Als einziger Ausweg bleibt dem Fiskus dann oft nur eine höhere Besteuerung von Eigentum.  Eigentumssteuern sind mit Sicherheit die zweit höchste Einnahmequelle der öffentlichen Hand. Wie man aber am Beispiel Kaliforniens sieht ist das nicht so einfach und zwar wegen einem Gesetz das vor 30 Jahren in Kalifornien beschlossen wurde und immer noch uneingeschränkt Gültigkeit hat. Die Präposition 13 minimiert die Erhöhung der Eigentumssteuer auch bei rasant ansteigenden Immobilienpreisen. Es sollte damit eine ausreichende Wertsicherung bei Investitionen in Immobilien auf Dauer garantiert sein. In der jetzigen Krise ist das aber genau das Problem weil die Preise dramatisch sinken und der Neuerwerb von Immobilien im Vergleich zur Preissteigerung wesentlich höher besteuert wird als bereits älteres Eigentum.

Der Nobelpreisträger und weltweit anerkannte Ökonom, Paul Krugman, nutzt diesen Umstand um gegen die Amerikanische Republikanische Partei einen wohlverdienten Rundumschlag auszuholen. Er sieht in diesem Steuersystem, vollkommen zu recht, Ungerechtigkeit und Instabilität.

The result was a tax system that is both inequitable and unstable. Its inequitable because older homeowners often pay far less property tax than their younger neighbors. Its unstable because limits on property taxation have forced California to rely more heavily than other states on income taxes, which fall steeply during recessions.

Um Steuern zu erhöhen ist in Kalifornien eine zweidrittel Mehrheit erforderlich (ebenfalls Dank Präposition 13). Eine Minderheit wie es die Republikaner im Staat zur Zeit sind kann daher Gesetze, die zwar schmerzhaft aber zur Reformierung und Gesundung der fiskalen Situation notwendig sind, im Alleingang verhindern.

And while the party’s growing extremism condemns it to seemingly permanent minority status, Mr. Schwarzenegger was and is sui generis, the Republican rump retains enough seats in the Legislature to block any responsible action in the face of the fiscal crisis.

Das geht runter wie Balsam! Mehr davon gibt es hier:

Written by Alfred

25. May 2009 at 2:22 pm